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Die Jenischen und d’Ruäche

RUÄCH - Dokfilm von Andreas Müller, Simon Guy Fässler und Marcel Bächtiger

Während sieben Jahren hat die Filmcrew jenische Menschen in der Schweiz, in Österreich und Frankreich begleitet. Wir lernen eine Welt kennen, die ganz anders funktioniert als wir es gewohnt sind. Eine faszinierende Fremdheit hier, jetzt. Und wir hören den Menschen zu, die aus ihrem Leben und ihrer Geschichte erzählen. Es hat mich immer wieder erschüttert, wenn sie über die Diskriminierung reden, über ihr Aussenseiterdasein, über die Abwertungen. Und was wirklich schockiert – obwohl wir es eigentlich wissen: Die Wegnahme und Fremdplatzierung der Kinder, behördlich angeordnet bis 1972. Dahinter ist keinerlei Rechtsprechung. Es ist reiner Rassismus. Wir hören schlimme und traurige Geschichten. Aber nicht nur. Wir sehen das Metier des Messer- und Scherenschleifens von nahe. Wir sind dabei wenn gefeiert, wenn Musik gemacht wird. Ein Mann meint, das sei das einzige, was die Gesellschaft gut finde von den Jenischen: die Musik. Ich fühlte mich irgendwie ertappt. Auch mir kommt das zuerst in den Sinn: die Musik, Stephan Eicher… Und es ist sinnigerweise auch ein road movie, wir begleiten die fahrenden Jenischen zu ihren Standplätzen - von denen es ja viel zu wenige gibt. Ganz zum Schluss wird dann das Rätsel des Filmtitels erklärt… Ein sehr beeindruckender Blick auf eine andere Gegenwart. (Ab Ende August im Kino)


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