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Die Wirtschaft steht auf dem Haushalt

  • Margrit Schaller
  • vor 12 Minuten
  • 1 Min. Lesezeit

KÜCHENGESPRÄCHE, von Samuel Geiser und Heidi Kronenberg, Fotos von Yoshiko Kusano


Wow – wie viele kluge Gedanken, Sätze ( und gute Fotos), unter einem so bescheidenen Titel. Aber damit fängt es ja schon an: Wenn Küche vorkommt, denke ich bescheiden, wohl eher einfach. Und liege so falsch. Die beiden Schreibenden haben in mehr als zwei Dutzend Gesprächen den Haushalt dorthin gerückt wo er hingehört: Ins Zentrum menschlichen Lebens und wirtschaftlicher, ökonomischer Entwicklung. Der oben verkürzte Titel ist ein Satz der Soziologin Sarah Schilliger und geht ganz so: «Erst die Hausarbeit ermöglicht doch das, was man gemeinhin Wirtschaft nennt. Sie legt die Basis, sie produziert den Lebensstandard. Doch gesellschaftlich wird sie abgewertet.» Das ist die essentielle Botschaft dieses Buches. Vermittelt wird das von vielen Menschen in unterschiedlichsten Kontexten. Aber immer waren die Autorin und der Autor zu Gast, es sind alles Zusammenfassungen persönlicher Gespräche. Und das macht das Buch auch so leicht lesbar, obwohl es eigentlich ein soziologisch-ökonomisches Sachbuch ist. Denn es sind nicht nur Gespräche mit bekannten, Wissenschafter:innen (u.a. Elisabeth Joris, Ina Praetorius, Franziska Schutzbach), sondern auch spannende Besuche bei Menschen in unterschiedlichsten Wohn- und Lebensformen. Bewohner:innen erzählen von ihrem Zusammenleben, von alternativer Organisation der Care-Arbeit und den Herausforderungen darin. Was entsteht ist ein umfassendes Bild von Lebensmöglichkeiten und immer wieder ein erweiterter Blick auf das, was wir so simpel Haushalt nennen. Und räumt auf mit Vorurteilen, die sich (wie ich eben grad selber merke) hartnäckig behaupten. Sehr lesenswert!


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