Streaming Tipp: MRS AMERICA – fast pervers konservativ

Aktualisiert: Jan 11

Die Miniserie zur anitfeministischen, ja anti-Frauenrechtsbewegung in den USA der 1970er Jahre wird mit jeder der neun Folgen spannender. Phyllis Schlafly, die äusserst aktive Anführerin der Bewegung, wehrte sich vehement und erfolgreich gegen die Ratifizierung des Gleichstellungs-Zusatzes, des Equal Right Amendment (ERA), in der amerikanischen Verfassung. Schlafly – überzeugend gespielt von Cate Blanchette – vertrat eine militante «pro Familie und Hausfrau»-Position. Sie und ihre Mitstreiterinnen der STOP ERA Bewegung vertraten die Haltung, Familie und Haushalt seien für jede Frau edle Aufgabe genug, mit der Gleichstellung würden sie weibliche Privilegien verlieren. Und mit der Argumentation, dass dann Frauen auch für Kriegsdienste eingezogen würden, gewann sie viele Anhängerinnen. Allerdings lebte die studierte Politikwissenschaftlerin Schlafly selbst ein anderes Modell, sie war nicht nur eine sehr professionelle Aktivistin gegen das ERA, sondern studierte mit über 50 Jahren auch noch Jus und arbeitete als Anwältin. Vehement für das ERA kämpften die in dieser Zeit sehr aktiven Feministinnen, angeführt von Ikonen wie Gloria Steinem, Betty Friedan, Shirley Chisholm, von deren leidenschaftlichem Engagement und harter Arbeit man viel mitbekommt. In jeder der Folgen wird der Einsatz für oder gegen das ERA aus der Sicht einer der Frauen geschildert, es ist ein politischer Kulturkampf der spannendsten Art! Und die Rollen sind grossartig besetzt. Tatsächlich gelang es Schlaflys Bewegung, die Inkraftsetzung des ERA bis heute zu verhindern. 38 Bundesstatten hätten bis 1977 ratifizieren sollen, es waren aber nur 35. Und auch die Verlängerung der Ratifizierungsfrist bis 1982 half nicht, die Frist musste erneut verlängert werden und bis heute ist das Verfahren hängig. Sky