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Begegnung in Weiss

  • Margrit Schaller
  • 23. Sept. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

BILDER IM KOPF von Eleonora Camizzi Wie mutig, wie diese Tochter, Regisseurin und «Hauptdarstellerin» in einer Person, uns teilhaben lässt – teilhaben an einem Prozess der Auseinandersetzung, des Fragens, des Verstehen-Wollens. Eleonora Camizzi ist über 30, ihr Vater über 60 und jetzt hat sie all das gewagt. Ihr Vater bekam vor Jahrzehnten die Diagnose «paranoide Schizophrenie». Ihre Eltern haben sich früh getrennt, die Beziehung zum Vater war auch geprägt von seiner Diagnose. Die er selber immer wieder in Frage stellt. Aber die Fragen, die seine Tochter jetzt formulieren kann, will er beantworten. Doch es gibt nicht auf alles eine Antwort, manches bleibt offen. Die beiden bewegen sich in einem absolut weissen Raum mit einem Fenster zum Meer. Sie reden, schweigen, spielen, weinen, tanzen… Sie nähern sich an und dann ist da plötzlich wieder eine spürbare Distanz. Eleonora Camizzi ist Filmerin mit Schwerpunkt Schnitt. Und das sieht man: Der Schnitt ist in diesem Film ein sicht- und spürbares Element der Gestaltung, des Ausdrucks. Immer wieder werden wir auf unsere eigenen Fragen zurückgeworfen, weil es nicht so weitergeht, wie wir es erwarten. Und das Setting in Weiss ist genial, weil dadurch so viel offen bleibt und möglich ist. Es war ein langer Weg zu diesem Film, sagt Eleonora im Gespräch. Aber es hat nicht nur ihre Beziehung verändert, auch ihren Vater und sie selbst. Eine Dokumentation der Sonderklasse! Jetzt im Kino



 
 
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