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Kino kann Kunst

  • Margrit Schaller
  • 13. Dez. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

SENTIMENTAL VALUE von Joachim Trier Mir scheint, ich habe schon lange kein so subtil gestaltetes Kunstwerk mehr gesehen im Kino. Eine Familiengeschichte, die sich auf mehreren Ebenen grossartig gespielt entwickelt.Der ältere, früher erfolgreichere Regisseur Gustv (Stellan Skarsgard) nimmt nach dem Tod der Mutter wieder Kontakt auf zu seinen zwei Töchtern, die er über Jahre vernachlässigt und kaum getroffen hat. Nun will er einen Film drehen, in der er die Geschichte seiner Familie erzählt, aufgenommen im Haus, das schon seine Urgrosseltern bewohnten und jetzt  seine Töchter leben. Und in dem sich seine Mutter das Leben nahm. Diese Rolle möchte er besetzen mit seiner älteren Tochter, Nora, (Renate Reinsve) einer erfolgreichen Theaterschauspielerin. Aber Nora sagt nein zu diesem Wunsch des Vaters. Sie findet sich, trotz beruflichem Erfolg, nicht gut zurecht im Leben, tut sich schwer mit Beziehungen, lebt allein. Anders als die jüngere Schwester, Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas), die Historikerin ist und mit Mann und kleinem Sohn ein stimmiges Leben lebt. Das Auftauchen des Vaters wirft die beiden immer wieder zurück in Kindheitserinnerungen, schmerzhafte, über die sie reden und sich nahe sind. Gustav will dann die Rolle seiner Mutter mit dem Hollywoodstar Rachel Kemp (Elle Fanning) besetzen. Doch diese merkt, dass nicht wirklich sie gemeint ist. Und wie sie sich mit dieser Rolle auseinandersetzt und schliesslich ablehnt, ist höchste Schauspielkunst. Die Geschichte eines Films im Film – in ruhigen Bildern erzählt und mitreissend gespielt.

(Jetzt im Kino)



 

 
 
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