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Das Buch zu dieser Zeit

«Wo die Geister tanzen» von Joana Osman Ich möchte fast sagen wir brauchen dieses Buch, jetzt. Joana Osman wurde 1982 in München geboren, die Mutter Deutsche, der Vater Palästinenser. Und nun ist die Tochter auf Spurensuche in der Familiengeschichte. Motiviert durch die aufgefundenen Erinnerungen ihres Onkels, von denen ihre Cousine ihr erzählt. Sie telefoniert, spricht und besucht Verwandte auf der halben Welt – denn das wird beeindruckend deutlich, Palästinenser:innen sind ein Volk von Vertriebenen, Migrant:innen,  Flüchtlingen. 1948, im ersten palästinensisch-israelische Krieg, der Staat Israel wird gegründet, floh ihre Grossmutter mit ihren drei kleinen Söhnen aus Jaffa in den Libanon. Der Vater war verletzt und folgte später nach. Dieser ersten Suche nach Normalität, Sicherheit und Auskommen folgten weitere Umsiedlungen. Immer in Existenzkämpfen, in Armut oder gar am Hungern. Aber wie das erzählt wird! Joana Osman hat eine unglaubliche Gabe, die schrecklichen Zeiten im innersten Familienkreis mit anekdotischer Leichtigkeit und auch Humor zu erzählen. Sabiha und Ahmed, die Grosseltern, haben schliesslich sechs Söhne, der vierte ist der Vater der Autorin. Er ist in Deutschland früh verstorben, sie zeichnet seine Jugend mit liebevoller Erzählkunst nach. Und warum wir dieses Buch brauchen: Joana Osman hat israelische Freund:innen, hat 2012 die «Peace Factory» gegründet, eine israelisch-palästinensisch-iranische Friedensinitiative. Und so erleben wir am Rande mit, dass im Kleinen möglich ist, was im Grossen nicht gelingen will: Friedliche Koexistenz.


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