Das Wunder im Schnee

Pieter Breugel in der Sammlung Oskar Reinhart

Nachdem Zehntausende nach Wien gepilgert sind um die gesammelten Breugel-Werke zu bewundern, hat die Direktion der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» auch gemerkt, welchen Schatz sie ihr eigen nennt. Nämlich das wunderbare Werk «Die Anbetung der heiligen drei Könige im Schnee». Ich vermerke das etwas spöttisch, weil im Museumsprospekt der Sammlung bei der Liste der «wichtigsten Künstler» der Name Pieter Bruegel fehlt, obwohl der Kauf 1930 stattfand. Und es hat ganz offensichtlich die Ausleihe nach Wien gebraucht, um die Winterthurer merken zu lassen, welch einmaliges Werk in ihrem Besitz ist. Tatsächlich ist es das einzige Breugel-Gemälde in einem Schweizer Museum! Jetzt haben sie dem Bild eine eigene Ausstellung gewidmet «Das Wunder im Schnee». Denn auf diesem Bild hat Breugel, erstmals in der europäischen Malerei überhaupt, fallende Schneeflocken gemalt. Dank neuster Technologie können diese und die zahlreichen Figuren mittels Makro- und Röntgenaufnahmen in der Ausstellung gross und detailliert betrachtet werden.

Und auch sehr schön, mit ein wenig Glück steht man ganz allein vor dem Werk und kann sich in aller Ruhe in die faszinierende Komposition dieser sehr eigenwillig gestalteten «Geburt Christi» vertiefen. «Vieles malte dieser Breugel, was nicht gemalt werden kann», schrieb ein Abraham Ortelius 1573 − noch heute fesselt uns, dass er es gekonnt hat… (bis 01.03.2020)