Viel Sonne, wenig Schnee, grosse Kunst
- Margrit Schaller
- 7. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Julian Charrière in Zuoz / Edita Schubert in Susch So hat sich uns das Engadin präsentiert in den ersten Tagen des Jahres. Denn ja, eine Reise in die Berge lohnt sich in vieler Hinsicht. In Zuoz hat die Galerie Tschudi in einem genial umgebauten, alten Haus im Dorfkern aussergewöhnliche Ausstellungsräume. Samt kalter Scheune, wo wir in den Mänteln fasziniert Julian Charrières Video Midnight Zone schauen. Er lässt eine Leuchtturmlaterne in den Ozean sinken. In deren Licht tauchen wir ein in ein blaues Universum, inmitten von Fischschwärmen, Haie schwimmen ruhig vorbei, wir kommen bis auf tausend Meter unter Wasser, dann herrscht nur noch Dunkelheit. Der Ort der Aufnahmen ist hochpolitisch: Zwischen Hawaii und Mexico, in einem potentiellen Tiefseeabbaugebiet von Mineralien. Es fällt schwer, diese weit entfernte blaue Wunderwelt mit schweren technisch-menschlichen Eingriffen zusammen zu denken. Charrière fordert uns mit seinem Video und mit den Fotos dazu auf. (Bis 14. März 2026)
Einmal mehr ermöglicht uns das Muzeum Susch eine fantastische, neue Begegnung. Die Kroatin Edita Schubert wurde nach ihrem früher Tod, sie starb 2001 mit 54 Jahren, kaum mehr ausgestellt. Zu ihren Lebzeiten war sie im damaligen Jugoslawien berühmt und u.a. an den Biennalen von Venedig und Sydney eingeladen – und dann weitgehend vergessen. Kaum zu glauben, wenn wir heute ihrem sehr vielfältigen und noch immer total aktuellen Schaffen gegenüberstehen: Malerei, Installationen, Zeichnungen. Es ist fast physisch spürbar: Da schafft eine starke, extrem produktive und fantasievolle Künstlerin immer wieder neue Formen von Werken. Diesen Formen durch die sehr unterschiedlichen Räume der Häuser in Susch zu folgen ist ein faszinierender Gang, der auch immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Umgebung bietet – wo auch der blendend weisse Marmorturm von Not Vital steht.
(Bis 24.Mai 2026)






































