Ein Drama das einfährt
- Margrit Schaller
- vor 2 Tagen
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ROSE von Markus Schleinzer
Ja, nach diesem Film muss man tief durchatmen und ist froh, die gezeigte Welt verlassen zu können. Die Geschichte der Frau, die sich im Dreissigjährigen Krieg (vor 400 Jahren) als Soldat verdingt, danach einen Hof übernimmt, heiratet und an diesem Wagnis scheitert, wird in Bildern erzählt, die tief beeindrucken. Zwar ist es im Film ziemlich offensichtlich, dass da eine Frau, eine »Weibs-Person» als «Land- und Leutebetrügerin» agiert, und auch in der verbürgten Geschichte verlor Rose ihren Kampf um das Recht das zu leben, was sie wollte. Die historische Rose war des Schreibens mächtig und hat vor ihrer Hinrichtung über ihr Leben geschrieben, über ihren Willen ihre Freiheit zu suchen, zu leben. In den wenigen glücklichen Augenblicken ihres Lebens als Mann wird klar: Sie war innovativ, unternehmerisch, hatte Ideen. Und dass das damals für eine Frau aussichtlose Perspektiven waren, versteht sich von selbst – und dauerte ja noch Jahrhunderte an… Sandra Hüller spielt Rose sehr differenziert und Caro Braun, als ihre Ehefrau (die Ehe war eine arrangierte Sache) ebenso. Mindestens so beeindruckend wie die Geschichte und die Figuren sind die Bilder: Das strenge schwarz/weiss, die stimmigen Orte und Menschen, die Kargheit der Inszenierung insgesamt, die vielen wortlosen Momente. Besonders auch die Szenen in der Kirche: Es ist nach der Reformation, die Menschen singen Luther-Lieder. Rose wird wegen ihrem Wagnis, in Hosen ein anderes Leben zu leben, zum Tod durch das Schwert verurteilt. Im Kino



