Lifelong Love
- Margrit Schaller
- vor 18 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Stunden
GHOST STORIES von Siri Hustvedt
Nein, der Titel gefällt mir nicht wirklich – aber die 400 Seiten haben mich nachhaltig beeindruckt. Bald nach dem Tod ihres Mannes Paul Auster am 30. April 2024 begann Siri Hustvedt mit diesem «Buch der Erinnerung». Es beinhaltet die intensive Begleitung des krebskranken Paul, sein Sterben, ihr Überleben, den Abschied, den Schmerz. Und viel mehr: Erzählungen aus ihrem gemeinsamen Leben – sie waren 43 Jahre zusammen. Der Beginn ihrer Liebe und über vieles, was sie verband (vielleicht würde sie sagen, was uns verbindet). Immer wieder geht es um Gespräche die sie führten, denn sie redeten viel, diese beiden sehr klugen Menschen. Sie lasen gegenseitig was sie schrieben und gaben sich detaillierte Feedbacks. Paul hatte bereits einen Sohn, Daniel, als sie sich kennenlernten, ihre gemeinsame Tochter Sophie ist Sängerin und heiratete Spencer, einen Fotografen. Miles, der Enkel, war vier Monate alt, als Paul Auster starb. Daniel und seine Tochter sind beide tot – das ist der grosse Schmerz in seinem Leben. Wunderbar, wie Siri Hustvedt ihre gegenseitige Liebe beschreibt, alles sie Verbindende. Auch Erotik und Sex, gar nicht voyeuristisch, einfach als - sogar noch während seiner Krankheit - lebendiger Teil dieser Liebe. Und der Spass, sie haben viel zusammen gelacht, daran erinnert sie ihren Mann noch in seinen letzten Minuten. Und was auch sehr schön ist: Im Buch ist das Letzte, was Paul Auster geschrieben hat: Briefe an seinen Enkel Miles, die dieser in vielleicht 10 Jahren lesen kann, Geschichten seiner Grosseltern und Eltern, als diese Kinder waren. Solche Briefe wünscht man sich grad selber sehr…



