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Pervertierte Solidarität

LA TRESSE im Kino

Im Film «La tresse» nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Laetitia Colombani führte die Autorin gleich selber Regie. Sie bewirbt Film und Buch als dem Mut der Frauen gewidmet und in der Deutschschweiz hatte der Film am internationalen Frauentag, dem 8. März, Premiere. Tatsächlich aber ist es ein übler romantischer Sozialkitsch. Es geht um drei Frauen: Die Inderin Samita (Mia Maelzer), eine Dalit, also Unberührbare, die für ihre Tochter ein besseres Leben will und dabei alles verliert. Die Sizilianerin Giulia (Fotini Peluso), die das bankrotte Perückengeschäft ihres Vaters rettet und die sehr erfolgreiche kanadische Anwältin und dreifache Mutter, Sarah (Kim Raver), die an Krebs erkrankt. Das Schicksal der drei Frauen auf drei Kontinenten «verzopft» sich auf vorhersehbare Weise und endet geradezu zynisch: Die im grössten sozialen Elend und in bitterster Armut lebende Samita opfert mit letzter Hoffnung ihre schönen Haare im Vishnu Tempel. Von dort finden diese den Weg in die kleine italienische Perückenfabrik, um schliesslich im mondänen Haar-Studio in Montreal (wohl für x- tausend Dollars) der Anwältin wieder zu attraktivem Aussehen zu verhelfen. Was für ein zynischer Schluss, der als Happyend gefeiert wird.

Ich schreibe ja sonst nur über Inhalte die mich begeistern, dieser Film aber ärgert mich so, dass ich ihn auch erwähnen muss.



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