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Schmerz und Trost

  • Margrit Schaller
  • vor 2 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

DIE SPÄTEN TAGE von Natascha Wodin

Ich habe sicher schon lange kein Buch mehr so langsam, mit so vielen Pausen gelesen, wie dieses. Natascha Wodin (geb. 1945) lässt uns teilhaben an ihrem Leben im Haus am See in Mecklenburg. Dort lebt sie, nach vielen Jahren in Berlin, zusammen mit der späten, grossen Liebe Friedrich. Das ist ein Teil der Geschichte, diese späte, heftige Liebe, die vor einigen Jahren stürmisch begann und nun in den Alterbeschwerden und Schmerzen der beiden zerbröselt – wohl nicht das richtige Wort, aber so irgendwie scheint es mir. Denn das ist das eigentliche Thema des Buches, das alt werden, die körperlichen Leiden – und das sich erinnern und das vergessen. Eingestreut sind Erinnerungen an Lebensabschnitte, bei Natascha Wodin logischerweise immer wieder Erinnerungen an die Mutter und die Spurensuche nach ihr (in ihrem Buch «Sie kam aus Mariopul» erzählt). Aber auch Geschichten von Freundinnen und Freunden, von Ereignissen und Begegnungen sind so wunderbar leicht hingestreut, dass die Passagen über die Schmerzen und Einschränkungen des Alters erträglich werden. Und auch, weil sie uns so viel Kluges, Differenziertes über Leben und Sterben, über Sinn und Sein schenkt, darum kann man dieses Buch lieben, trotz aller grässlichen Altersleiden.



 
 
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