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kulturpur
der kulturblog von margrit schaller
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Faszinierender Albtraum
BLUE SKIES von T.C. Boyle Ich weiss nicht, ob ich das schon mal erlebt habe, dass ich abends beim Lesen immer angespannter wurde und mich fürchtete vor einem Albtraum. Ich hatte dann nie einen, aber ich liebe starke Gefühle, und die löst dieser Roman jedenfalls aus. Eine amerikanische Familiengeschichte und die Klimakrise – deren Auswirkungen sind etwas krasser geschildert als sie bereits sind. Die Familie, oberer Mittelstand, die Eltern leben in Kalifornien, der Vater ist Ar
Margrit Schaller


Im langen Rock aufs Matterhorn
DIE GIPFELSTÜRMERIN von Andrea Günther Am 21. Juli 1871 stand die erste Frau auf dem Gipfel des Matterhorns: Die englische Alpinistin Lucy Walker. Was das hiess, als Frau im 19. Jahrhundert Gipfel zu erklimmen, das verstehe ich nach der Lektüre dieses Buches – ein bisschen. Denn eigentlich ist es unvorstellbar, welche Hindernisse die wenigen Bergsteigerinnen auch in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht überwinden mussten – neben den gewaltigen Herausforderungen am Berg. Die Alp
Margrit Schaller


Die Macht des Narrativs
"The Narrative" ist ein kluger, sensibler, hochspannender und wichtiger Dokumentarfilm, der sich einem der bekanntesten Finanzskandale der letzten Jahre ohne Sensationslust nähert. Regie führten Bernard Weber und Martin Schilt, der Film eröffnete die Solothurner Filmtage 2026. Im Zentrum steht Kweku Adoboli, einst gehypter Young-Trader bei der UBS London, später verurteilt für einen Milliardenverlust. "The Narrative" entfaltet seine Stärke aus der präzisen Verschränkung von
Elena Wilhelm und Margrit Schaller


«I dreamt of you in colors»
Otobong Nkanga im Musée d’Art Moderne in Paris Obiger Titel ist der der Ausstellung – ich hätte keinen schöneren ausdenken können. Es ist unsere zweite Begegnung mit der nigeriansichen Künstlerin, die in Belgien lebt. Sie hat uns bereits an der Biennale Venedig von 2019 fasziniert. Jetzt in Paris ist eine umfassende Ausstellung ihrer Werke zu sehen. Und das heisst: Von frühen Zeichnungen über Gemälde, Installationen, riesigen Teppichen bis Performances. Sie knüpft an hochpoli
Margrit Schaller


Viel Sonne, wenig Schnee, grosse Kunst
Julian Charrière in Zuoz / Edita Schubert in Susch So hat sich uns das Engadin präsentiert in den ersten Tagen des Jahres. Denn ja, eine Reise in die Berge lohnt sich in vieler Hinsicht. In Zuoz hat die Galerie Tschudi in einem genial umgebauten, alten Haus im Dorfkern aussergewöhnliche Ausstellungsräume. Samt kalter Scheune, wo wir in den Mänteln fasziniert Julian Charrières Video Midnight Zone schauen. Er lässt eine Leuchtturmlaterne in den Ozean sinken. In deren Licht tau
Margrit Schaller


Hass als Tugend
Ein kleines Buch mit hoffentlich grosser Sprengkraft Es gibt Texte, die man nicht wegen ihrer Vollständigkeit liest, sondern wegen ihrer Klarheit im richtigen Moment. Der 8. Oktober von Eva Illouz ist genau so ein Text. Ein schmales Büchlein und doch eines, das mitten in eine moralische Schieflage hineinleuchtet, die viele nicht wahrhaben möchten. Illouz benennt, was nach dem 7. Oktober sichtbar wurde: eine selektive Empathie, die sich moralisch überlegen gibt und dabei blin
Elena Wilhelm


Wer bestimmt den Kunstraum?
Zwischen Weihnachten und Neujahr waren wir in Paris und haben uns mit Kunst vollgesogen. Drei Ausstellungen, getragen von millionenschweren Eigentümer:innen globaler Luxusmarken, haben diese Tage besonders geprägt – zwischen Staunen, Konzentration und einer leisen Irritation. Die Fondation Louis Vuitton zeigt eine grosse Retrospektive von Gerhard Richter – nicht als nostalgische Rückschau, sondern als vibrierendes Feld. Noch bis zum 2. März füllt Richter das Haus mit einer Wu
Elena Wilhelm


Die Wirtschaft steht auf dem Haushalt
KÜCHENGESPRÄCHE, von Samuel Geiser und Heidi Kronenberg, Fotos von Yoshiko Kusano Wow – wie viele kluge Gedanken, Sätze ( und gute Fotos), unter einem so bescheidenen Titel. Aber damit fängt es ja schon an: Wenn Küche vorkommt, denke ich bescheiden, wohl eher einfach. Und liege so falsch. Die beiden Schreibenden haben in mehr als zwei Dutzend Gesprächen den Haushalt dorthin gerückt wo er hingehört: Ins Zentrum menschlichen Lebens und wirtschaftlicher, ökonomischer Entwicklung
Margrit Schaller
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